Erstes Dinner im neuen Jahr:

Neue Rezepte für neue Leute

 

Ich finde es ja gar nicht so einfach, mir für jedes Dinner ein komplett neues Menü aus Vorspeise, Hauptgericht und Dessert auszudenken. Jedes Mal sage ich mir wieder: Ach, ich mache einfach etwas, das es schon mal gab, sind ja neue Leute. Aber am Ende bin ich bisher doch immer kurz vorher noch auf einem Blog oder in einer Zeitschrift auf Rezepte gestoßen, die ich unbedingt mal ausprobieren musste. (Also Achtung: Es gibt beim Wohnzimmer-Dinner selten Gerichte, die ich in jahrelanger Übung perfektioniert hätte...) 

 

Dieses Mal war das Zum Beispiel als Vorsuppe eine Kohlrabisuppe, die ich auf einem meiner Lieblingsblogs gefunden habe. Das Rezept gibt es hier: https://www.gourmetguerilla.de/2011/07/kohlrabisuppe-mit-chili-und-zitrone/

 

Ich dachte eigentlich, die Sache mit den Brezel-Croutons dazu hätte ich mir selbst ausgedacht, aber gerade habe ich gesehen, dass es die auch auf dem Blog gibt... Dafür schneidet man einfach Brezel in kleine Stücke und brät sie in einer nicht allzu bescheidenen Menge Butter in der Pfanne an. Wenn sie schön kross sind, Pfanne vom Herd nehmen und eine Handvoll frische geriebenen Parmesan drüber streuen. 

 

 

Der Hauptgang bestand dieses Mal aus mit Couscous gefüllten Paprika und Salatbeilage

 

Für die Couscous Füllung habe ich

- 200 g  Couscous nach Packungsangabe zubereitet

- vier Schalotten gewürfelt und in der Pfanne gedünstet

- 60 g getrocknete Aprikosen gewürfelt

- 50 g Mandelstifte und 50 g Pistazien in einer Pfanne geröstet

- 1 Daumen großes Stück Ingwer fein geraspelt

- eine rote Chili Schote in feine Ringe geschnitten

 

und alles mit zwei EL Rosinen, 1g Safran und 2 El Raz El Hanout in einer Schüssel vermengt.

 

Dann habe ich 4 Paprika längs halbiert und im Ofen bei 180 Grad ca. 15 Minuten vorgegart. Aus dem Ofen nehmen, mit der Couscous-Mischung füllen und über alles ca. 150 g Feta bröseln. Dann noch einmal für 5-10 Minuten in den Ofen. 

 

Als Dessert gab es eine Orientalische Zimtcreme, bestehend aus einem Dattel-Zimt-Mus, einer Creme aus Griechischem Joghurt und Frischkäse und Pistazien-Topping. Sehr einfach und gut vorzubereiten: http://www.essen-und-trinken.de/rezept/157544/orientalische-zimtcreme.html

 

 

 

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Serviervorschlag:

Eine Slide-Show sagt mehr als 1000 Worte.

 

 

Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, nach jedem Dinner einen Blog-Eintrag mit den Rezepten zu schreiben.  Aber wie das halt so ist, ich hatte so viel zu ... na gut, ich war einfach faul. Aber Fotos habe ich immerhin gemacht und weil man jetzt hier auch hübsche Slide-Shows erstellen kann, hab ich das mal mit Bildern vom letzten Menü gezaubert. 

 

Es gab: Einen Sekt mit Rosen-Likör als Aperitif, eine Erbsensuppe mit Wasabi-Schaum als Vorspeise, Pfannkuchen mit Kürbis-Feigen-Gorgonzola Füllung und dazu Rote-Bete-Couscous-Salat als Hauptgericht und als Nachtisch ein Avocadoparfait mit kandierten Pistazien. 

 

 

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Runde vier:

Wahrscheinlichkeitsrechnung mit zwei Kilo Hack.

 

Ich hab das mal kurz gegoogelt: ca.10% der Deutschen sind Vegetarier. Da ist es statistisch gesehen kein Wunder, dass erst meine vierte Dinner-Runde eine ist, in der alle Fleisch essen. Obwohl ich eigentlich selbst sehr gerne (wenn nicht gar am liebsten) vegetarisch koche, musste ich das einfach ausnutzen, allein schon der Rezeptvielfalt auf diesem Blog wegen. Es gab also Frikadellen als Hauptgang. Bzw. Buletten. Bzw. Fleischpflanzerl oder wie man sonst noch dazu sagt. Vervollständigt wurde das Menü durch Folgendes: 

 

Vorspeise:

Möhren-Apfel-Ingwer Suppe mit Granatapfel-Highlight

 

Es war eigentlich ganz anders geplant. Ich wollte eine Avocadosuppe machen, aber ich mag keine kalten Suppen. Also habe ich „Avocadosuppe heiß“ gegoogelt und natürlich ein passendes Rezept gefunden, denn es gibt nichts, was es im Internet nicht gibt. Nur so viel: Bitte kocht niemals Avocados. Das nimmt ein sehr bitteres Ende, im wahrsten Sinne des Wortes. Also Plan B: Möhrensuppe. Die ist ganz einfach: Man nehme einen 500 g Sack Möhren, einen Apfel, eine Zwiebel und ein Stück Ingwer. Als erstes hackt man die Zwiebel und brät sie in einem großen Topf glasig. Wenn es soweit ist, gibt man die geschälten und in kleine Stückchen geschnittenen Möhren dazu, den Apfel in ähnlich großen Stückchen auch und den geschälten und klein geschnittenen Ingwer. Dann gießt man das Ganze mit so viel Gemüsebrühe (ca. 1 Liter) auf, dass die Möhren ungefähr eine Handbreit mit Wasser bedeckt sind. Zum Kochen bringen, so lange kochen lassen, bis die Möhrenstücke weich sind und dann pürieren. Mit Salz, Pfeffer und ein bisschen Curry abschmecken. Und damit das ganze nicht so schnöde aussieht, einfach vor dem Servieren ein paar Granatapfelkerne drauf geben. 

 

Auf dem Foto einfach mal das Highlight weglassen, das ist Kunst.
Auf dem Foto einfach mal das Highlight weglassen, das ist Kunst.

 

Hauptgang:

Kräuterfrikadellen mit Süßkartoffelpüree und grünen Bohnen

 

Ich weiß nicht, wie es anderen Menschen geht, aber an der Fleischtheke von Podemus zwei Kilo Hack zu bestellen, war mir ein bisschen unangenehm. Normalerweise kauft man in Bioläden ja nur grammweise, weil man nachhaltig und umweltbewusst ist und sowieso nur Sonntags Fleisch auf den Tisch kommt (was ich alles gut finde!) und dann komme ich und möchte am liebsten dazu sagen „Für 8 Personen ist das!!!“, damit die Verkäuferin nicht denkt, dass es sich hier um den Belag für mein Frühstücksbrötchen handelt. Jedenfalls, die Frikadellen macht man dann so: 

 

8 Scheiben Toastbrot in Wasser aufweichen und anschließend ordentlich ausdrücken. 2 große Zwiebeln hacken und glasig dünsten. Toast und Zwiebeln zu den 2 Kilo Rinderhack (man kann natürlich auch gemischtes nehmen) geben. Außerdem: 4 Eier, 4 TL Senf, 4 TL Tomatenmark und ordentlich Salz und Pfeffer. Damit sich das ganze dann Kräuterfrikadelle nennen kann, gehören natürlich auch Kräuter dran. Ich hatte das Glück, bei einer der letzten Dinner-Runden Claudia kennenzulernen. Claudia hat in der Dresdner Neustadt einen sehr, sehr schönen Garten, in dem sehr, sehr viele Kräuter wachsen (und noch einiges mehr). Hier schreibt sie darüber: http://neustadtgarten.de/about/  Ich hab also noch Thymian, Rosmarin, Salbei und Basilikum zum Hack gegeben, aber da kann man auch selbst kreativ werden. Alles gut durchkneten und frikadellenförmige Frikadellen formen. In der Pfanne gut durchbraten. (Manche braten die Frikadellen auch nur scharf an und lassen den Rest dann vom Backofen erledigen.) 

 

Weiter geht’s mit einem der Lieblingswitze meiner Mutter: Wie heißt das Reh mit Vornamen? Kartoffelpü! In diesem Fall: Süßkartoffelpü. Dafür schält man 2 Kilo Süßkartoffeln, schneidet sie in grobe Stücke und lässt sie in kochendem Salzwasser 20-25 Minuten garen. In der Zwischenzeit 16 EL Milch, 8 EL Butter (’tschuldigung, das könnte man sicher auch in ml und g angeben, aber ich vervielfache hier einfach nur ein Rezept), eine große Prise Salz, eine große Prise Zimt, einen Tl Zimt und etwas Muskatnuss aufkochen. Die Süßkartoffeln mit dem Handrührgerät verquirlen und die Milchmische unterrühren. Fertig. 

 

 

Jetzt fehlen nur noch die grünen Bohnen auf dem Teller. Einfach für jeden Gast eine Handvoll kaufen, waschen, Enden abschneiden und in Salzwasser kochen, bis sie bissfest sind. Mit einer gehackten Zwiebel in Butter braten und ab dafür. 

 

Und immer schön aufpassen, dass die Frikadellen nicht zu schwarz werden.
Und immer schön aufpassen, dass die Frikadellen nicht zu schwarz werden.

 

Dessert:

Ziegenkäse-Himbeer-Brownies

 

Kann sein, dass es Leute gibt, die sich schon beim Gedanken an diese Kombination schütteln. Aber die wissen dann einfach nicht, was gut ist! 

 

250 g gefrorene Himbeeren auftauen. 5 EL Butter und 150 g Zartbitterschokolade im Wasserbad schmelzen, dann vom Herd nehmen. 60 ml Milch einrühren. Alles auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, dann 2 Eier dazugeben. 

 

In einer zweiten Schüssel 125 g Mehl, 1 Prise Backpulver und 1 Prise Salz mischen. 

 

180 ml Zuckerrübensirup und 1/2 TL Vanille in die Schokolade rühren. Jetzt auch die Mehlmischung dazugeben und kräftig verrühren.

 

Für die Frischkäsemischung 115 g normalen puren Frischkäse mit 50 g Ziegenfrischkäse, 1 EL Butter, 2 EL Ahornsirup und etwas Vanille verrühren. 

 

 

Jetzt die Schokoladenmehlmasse in eine gefettete Auflaufform (idealerweise rechteckig) geben. Die Frischkäsemasse löffelweise darauf verteilen. Die aufgetauten Himbeeren mit einer Gabel zermatschen und ebenfalls auf in die Form geben. Alles mit einer Gabel „verswirlen“ und dann 20-25 Minuten bei 175 Grad im Backofen backen. Rausnehmen, auf wenn es noch zu flüssig erscheint, Im Kühlschrank abkühlen lassen und kalt servieren. 

 

Und auch hier wieder mein Lieblingsdessert-Tipp: Zu viel machen, den Sonntag im Bett verbringen und "Reste" essen, bis einem schlecht wird.
Und auch hier wieder mein Lieblingsdessert-Tipp: Zu viel machen, den Sonntag im Bett verbringen und "Reste" essen, bis einem schlecht wird.
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Runde drei:

Gefüllte Pfannkuchen, gefüllte Auberginen, gefüllte Gäste.

 

 

Was ich an meinen Dinner-Abenden so mag, ist, dass ich jedes Mal etwas Neues erfahre. Zum Beispiel, was Hebammen am häufigsten als Dankeschön geschenkt bekommen (für den Fall, dass ich mal ein Kind bekomme, habe ich mir schon mal notiert „Kein Merci schenken“), dass es eine Einrad-Hockey-WM gibt und wie viele Monate vor der Hochzeit man sich um seinen Anzug kümmern sollte, wenn man als Bräutigam nicht nackt heiraten möchte. Ich finde, dafür allein lohnt es sich doch schon, den ganzen Tag in der Küche zu stehen und das folgende Menü zu kochen.

 

Die Vorspeise: 

 

Pfannkuchenröllchen mit Lachs und Rucola 

 

Als Vorspeise habe ich diesmal eines meiner Lieblingsrezepte ausgesucht. Es ist ziemlich einfach und macht trotzdem viel her – eine Kombination ganz nach meinem Geschmack. Als erstes bereitet man die Pfannkuchen vor, das kann man sogar schon einen Tag vorher machen, was ziemlich praktisch ist, wenn man für acht Leute kocht. Dazu einfach 400 g Mehl, 800 ml Milch, 300 ml Sprudelwasser, 4 Eier und 6 EL Olivenöl zusammenrühren, Salz, ein bisschen Chilipulver und einen Schuss Zitronensaft dazugeben, und den Teig dann eine Stunde abgedeckt im Kühlschrank ruhen lassen. In der Zeit könnte man zum Beispiel mal das Bad putzen, kommen ja schließlich Gäste. Wenn die Stunde um ist, wird gebacken. Eine große beschichtete Pfanne erhitzen, eine Kelle Teig rein und warten, bis der Pfannkuchen wendefähig ist. Dann: wenden. Das macht man dann also ca. 8 Mal, denn man möchte ja 8 Pfannkuchen haben (okay, vielleicht 9, man muss ja auch mal probieren).

 

Für die Füllung 300 g Frischkäse in eine Schüssel geben und mit einem kleinen Schluck Milch streichgefügig rühren. Salzen und pfeffern. 200 g Parmesan hobeln. 200 g Rucola waschen und bereit stellen, 400 g Räucherlachs aus dem Kühlschrank holen und daneben stellen. Alles da? Dann geht es jetzt los mit dem Füllen: Pfannkuchen mit Frischkäsecreme bestreichen, bisschen Ruccola drauf, bisschen Lachs drauf, bisschen Parmesan drauf. Reihenfolge kann variiert werden, da bin ich nicht so. Wenn alles drauf ist: Pfannkuchen einrollen. Wer geschickte Finger hat, kann die Enden mit Schnittlauch zubinden. Ich habe keine geschickten Finger. 

 

Übrigens: Normalerweise mache ich die Pfannkuchenröllchen nicht als Vorspeise, sondern als Partysnack. Dazu einfach die Rolle in kleine Happen schneiden. Sind meistens ganz schnell weg!

 

 

Und jetzt fällt mir erst ein: Man nennt das hier gar nicht Pfannkuchen, oder? Na, dann sagen wir halt Crêpe. 

 

 

So sieht das dann aus. Wer es noch mal in schöner sehen möchte, der besuche doch mal diesen Blog hier: http://www.gourmetguerilla.de/ Von dort ist das Rezept und dort gibt es noch viel mehr Leckeres.
So sieht das dann aus. Wer es noch mal in schöner sehen möchte, der besuche doch mal diesen Blog hier: http://www.gourmetguerilla.de/ Von dort ist das Rezept und dort gibt es noch viel mehr Leckeres.

 

Der Hauptgang: 

 

Mit Couscous, Nussnuss und Ziegenkäse gefüllte Auberginen, dazu Zucchini-Feta-Salat

 

Noch Platz? Dann gibt es jetzt die Hauptspeise. Dazu 8 Auberginen (ich rechne immer mit hungrigen Gästen) in der Mitte längs durchschneiden und mit einer Gabel kleine Luftlöcher in die Schnittfläche piksen. Ofen auf 200 Grad vorheizen. Ofenschalen oder Bleche mit ordentlich Öl ausstreichen und die Auberginen mit der Schnittfläche nach unten drauflegen. Ab in den Ofen und ca. 30 Minuten drin lassen.

 

In der Zwischenzeit kann man sich um die Füllung kümmern. Ich habe sie beim Dinner etwas anders gemacht als sonst, nämlich mit Quinoa statt Couscous, weil ich den Couscous vergessen hatte und dann das Gewitter des Jahrtausends (wirklich!) kam und ich nicht noch mal los wollte ähhh konnte. Jetzt, wo ich beide Varianten kenne, muss ich aber sagen: Couscous ist besser. Und darum schreib ich es hier auch mit Couscous auf. Also: 400 g Couscous mit kochendem Wasser übergießen und mindestens 10 Minuten quellen lassen. 300 g Nüsse (ich habe Paranüsse, Cashews und Haselnusskerne gemischt, wenn ich mich recht erinnere) rösten. Entweder in der Pfanne oder im Backofen, sollten da nicht gerade 16 Auberginenhälften drin schmoren. Nach dem rösten Nüsse klein häckseln und unter den Couscous mischen. Außerdem: eine Handvoll Petersielie und ein bisschen Thymian, Salz und Pfeffer. Ich könnte mir auch vorstellen, dass sich Rosinen in der Füllung gut machen würden, aber das hab ich mich für das Dinner nicht getraut, es gibt ja viele Leute, die Rosinen gar nicht mal so lecker finden. 

 

Für das Ziegenkäse-Topping mischt man 200 g Ziegenkäse mit 2 EL Honig. 

 

Wenn die Auberginen lange genug im Ofen waren, holt man sie da raus und kratzt mit einem Löffel das nun sehr weiche Fleisch heraus. Wer’s mag (ich!) kann daraus zum Beispiel einen Auberginen-Dip machen, mit Knoblauch und so. Aber bleiben wir bei diesem Rezept: In die nun leeren Auberginen Korpusse füllt man die Füllung (darum heißt sie ja so!) und darauf wiederum verteilt man das Ziegenkäse-Honig-Topping. Wer so schlau war, ein paar Nüsse nicht mit in die Füllung zu geben, der kann sie nun noch dekorativ drüber streuen. Das ganze kommt jetzt nochmal 5 Minuten in den noch heißen Ofen, damit der Käse anschmilzt und dann wären die Auberginen so weit. Das wäre auch der Augenblick, wo man den schon vorbereiteten Zucchini-Salat aus dem Kühlschrank holt und mit den Auberginen auf dem Teller anrichtet. Vorbereitet hat man den Salat so: 

 

 

4 große Zucchini einmal längs durch- und dann in Scheiben schneiden. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zuchini darin braten, bis sie weich aber nicht labbrig sind. In eine große Schüssel geben. 2 EL Senf, 2 EL Öl und  2EL Zitronensaft mischen, mit Salz und Pfeffer würzen und über die Zucchini geben. 1 Bund Minze hacken und untermischen. 400 g Feta oben drüber bröseln und fertig! 

 

Serviervorschlag.
Serviervorschlag.

 

Das Dessert: 

 

Buttermilch-Zitronen-Cheesecake ohne backen

 

Meine Erfahrungen aus ganzen zwei vorherigen Dinner-Abenden hat gezeigt, dass ein schon fertiger Nachtisch den Abend für mich sehr viel entspannter macht. Weniger Zeit in der Küche heißt mehr Zeit bei den Gästen. Darum gab es zum Nachtisch dieses Mal einen Käsekuchen ohne backen, den ich schon am Abend vorher nicht gebacken habe. 

 

Zuerst bereitet man den Boden vor, das ist besonders einfach. 200 g Butterkekse zu Staub zerbröseln, 100 g Butter schmelzen und über die Brösel kippen. 1 Teelöffel abgeriebene Zitronenschale (bio natürlich, is klar) dazu geben und alles zusammen matschen. Dann gibt man den „Teig“ auf den Boden einer mit Backpapier ausgelegten Springform und drückt ihn schön fest. Ich nehme dafür ein leeres Wasserglas. Boden in den Kühlschrank stellen. 

 

Für die Creme rührt man 1 Päckchen gemahlene Gelatine unter 150 ml Buttermilch und lässt das ganze dann 10 Minuten quellen. Währenddessen zerkleinert man 80 g weiße Schokolade, gibt diese dann in einen Topf mit 100 ml Sahne und lässt die Schokolade in der Sahne bei niedriger Temperatur schmelzen. Während man diese Mischung dann wieder abkühlen lässt, zerkleinert man weitere 70 g weiße Schokolade und stellt sie dann beiseite. Jetzt 600 g cremigen Frischkäse mit 3 Esslöffeln frischem Zitronensaft  und dem Abrieb einer halben bio Zitrone glatt rühren. 

 

Buttermilch-Gelatine-Mix in einem Topf erwärmen, 50 g Zucker zugeben und unter Rühren auflösen. Vom Herd nehmen und in die Frischkäsemasse rühren, das Gleiche macht man mit der Schokosahne. Jetzt noch die beiseite gestellten Schokosplitter unterrühren, dann die Masse auf den Boden der Springform geben und alles mindestens 3 Stunden kühl stellen. Wer es gern dekorativ mag, kann vor dem Servieren noch Schokoraspeln oder Zitronenzesten auf die Torte geben. 

 

 

Tipp: Gleich zwei Kuchen machen und sich am nächsten Tag von nichts anderem ernähren.
Tipp: Gleich zwei Kuchen machen und sich am nächsten Tag von nichts anderem ernähren.
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Runde zwei:

Ein sommerliches Menü für frische Gäste

 

Kinder, wie die Zeit vergeht! Am Wochenende fand bereits das zweite Wohnzimmer-Dinner statt und dieses Mal hatte ich gleich acht zauberhafte Gäste. Zum Glück ist mein Wohnzimmer wie die Tasche von Mary Poppins, sodass an der um einen Balkontisch verlängerten Tafel alle Platz gefunden haben. Satt geworden sind auch alle, behaupte ich jetzt einfach mal, ansonsten hätte ich auch noch genug Knödel für fünf weitere  Nachschlagrunden gehabt. Die folgenden Rezeptangaben sind also für 9 Personen + genügend Reste für einen faulen Sonntag danach:  

 

Die Vorspeise:

Melonen-Feta-Salat mit Minze

 

Ich hab’s ja eigentlich nicht so mit Vorspeisen, hab ich das schon erwähnt? Was man so in Kochbüchern unter der Kategorie findet, ist mir immer alles viel zu kompliziert für nicht mal satt werden. Salate finde ich aber ganz gut. Die kann man einfach auf den Tisch stellen und jeder nimmt sich so viel er will. Diesmal hab ich es mit einem sehr schlichten aber sommerlichen Melonen-Feta-Salat versucht. Der ist ganz einfach zuzubereiten, nämlich so:

 

Man schneide ca. 3 Kilo Wassermelone in kleine Würfel. Dazu kommen 200 g zerbröselter Feta, eine Hand voll gehackte Minze und 3 EL Olivenöl. Bisschen Pfeffer drüber und fertig!

 

Meine Handy-Kamera und ich geben uns wirklich Mühe mit den Bildern. Dass das Foto nicht ganz scharf ist, soll die milde Fruchtigkeit des Salats unterstreichen, haben wir uns gedacht...
Meine Handy-Kamera und ich geben uns wirklich Mühe mit den Bildern. Dass das Foto nicht ganz scharf ist, soll die milde Fruchtigkeit des Salats unterstreichen, haben wir uns gedacht...

 

Hauptgang:

Gebratene Spinat-Knödel mit Parmesan, dazu ewig und drei Tage geschmorte Ofen-Tomaten

 

Preisfrage: Was kosten 25 Brötchen à 10 Cent? Die Verkäuferin in der Tag-2-Bäckerei war selbst so erstaunt darüber, dass es nur 2,50 Euro sind, dass sie es gleich dreimal in die Kasse eingeben musste. Ich bin aber die letzte, die sich über mathematische Unfähigkeiten lustig macht, schließlich war ich in der Schule immer die, die auf Fragen wie „Wenn zwei Bäcker eine Stunde brauchen, um 25 Brötchen zu backen, wie lange brauchen dann vier Bäcker für 25 Brötchen?“ aus vollster Überzeugung „Zwei Stunden“ geantwortet hat.

 

Richtig gerechnet hatte ich, als ich mich fragte, wie viele Brötchen à 60 g ich brauchen würde, um auf 1,5 Kg zu kommen. Nicht damit gerechnet hatte ich, dass nicht jedes Brötchen 60 g schwer ist. Meine 25 Brötchen haben ca. 1,3 Kg gewogen, was aber auch mehr als gereicht hat.

 

Für ca. 20 Knödel nimmt man also 1,3 Kg Weizenbrötchen vom Vortag und schneidet diese in kleine Würfel. Das dauert ungefähr eine Folge „Drei Fragezeichen“, in meinem Fall „Und der riskante Ritt“. Als nächstes hackt man 300 g Schalotten klein und lässt sie in 120 g Butter glasig werden. Wenn es so weit ist, gießt man 400 ml Milch dazu, lässt sie kurz aufkochen, nimmt das ganze vom Herd und gießt es über die Brötchenwürfel. Jetzt kommen noch 12 Eier dazu, 150 g geriebener Bergkäse und ordentlich Petersilie. Kräftig Salz und Pfeffer dazu geben und alles durchkneten. Sollte der Teig zu flüssig sein: mit Mehl strecken. Sollte er zu trocken sein: noch einen Schuss Milch dazu. Konsistenzziel ist es, aus dem Teig Knödel formen zu können. Hat man das geschafft, lässt man sie zugedeckt noch eine halbe Stunde ruhen, bevor sie ins sprudelnde Salzwasser geworfen werden. Herd runterstellen und die Knödel bei mittlerer Temperatur ca. 20 Minuten ziehen lassen. Aus dem Wasser nehmen und beiseite stellen.

 

Weiter geht’s mit den Tomaten. Genauer gesagt mit 2 Kg Tomaten. Man kann da alle möglichen Sorten nehmen, ich hatte einen Mix aus roten und gelben Cherrytomaten und ein paar Rispentomaten. Den Berg in mundgerechte Stücke schneiden. Zwei Backbleche mit Backpapier legen und die Stücke mit der Schnittfläche nach oben darauf verteilen. Pro Backblech 1-2 in dünne Scheiben geschnittene Knoblauchzehen auf den Tomaten verteilen. Außerdem: ca. 4 EL Olivenöl über jedes Blech träufeln. Salzen, pfeffern, ein wenig gehackten Rosmarin drüber geben und dann ab damit in den vorgeheizten Ofen für ca. 2 Stunden bei 80 Grad. Kurz bevor die Tomaten endlich fertig sind, röstet man 150 g Pinienkerne in einem Topf oder einer Pfanne ohne Fett an, bis sie leicht bräunlich sind. Außerdem schneidet man ein Glas schwarze Oliven in Ringe, stellt sie beiseite und vergisst sie dann NICHT so wie ich. Das scheint jetzt so mein Ding zu sein, fertig vorbereitete Zutaten vor lauter Hektik einfach nicht mit zu servieren. Zukünftige Gäste fragen vor dem Essen bitte einmal nach, ob auch wirklich alles auf ihrem Teller ist, was dahin sollte.

 

Wenn es jetzt also langsam Richtung servieren geht, ist es höchste Zeit, die Knödel in Scheiben zu schneiden. Die werden jetzt nämlich in reichlich Butter (ist ja kein Diättreff hier) in der Pfanne angebraten, bis sie eine leichte Kruste haben. Knödel und Tomaten auf Teller verteilen, Pinienkerne (und Oliven...) über die Tomaten geben, Parmesan (ca. 200 g, die man natürlich an anderer Stelle schon mal gehobelt haben sollte) über die Knödelscheiben streuen und alles möglichst schnell zu Tisch bringen, denn so richtig heiß sind bei 80 Grad geschmorte Tomaten sowieso nicht. Guten Appetit!

 

So sieht das ganze mit Oliven aus. Ein bisschen Basilikum schadet auch nicht.
So sieht das ganze mit Oliven aus. Ein bisschen Basilikum schadet auch nicht.

 

Nachtisch:

Erdbeer-Kokos-Eis mit frischen Erdbeeren

 

Als ich mir meinen Stabmixer ausgesucht und dafür an die 200 Amazon-Bewertungen gelesen habe, ging es mir vor allem um Erfahrungsberichte zum Thema gefrorene Früchte pürieren. Das sollte er können und das kann meiner eigentlich auch, bei den 900 g gefrorenen Erdbeeren für das Erdbeer-Kokos-Eis ist ihm dann aber doch ein bisschen warm geworden. Die musste er nämlich gemeinsam mit 180 g Puderzucker, 6 EL Quark, 4 EL Joghurt, 100 g Kokosflocken und 100 ml Kokosmilch zu einer cremigen Masse verarbeiten. Ich könnte so einen Eimer auch alleine essen, habe das ganze aber einigermaßen fair auf neun kleine Gläser verteilt, genauso wie die 500 g klein geschnippelten Erdbeeren, die ich mit ein bisschen Ahornsirup gesüßt habe.

Nicht im Bild: Die geschnippelten frischen Erdbeeren, die oben drauf kommen. Dafür aber ein dekoratives Minzblatt.
Nicht im Bild: Die geschnippelten frischen Erdbeeren, die oben drauf kommen. Dafür aber ein dekoratives Minzblatt.
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